Offener Brief

Sehr geehrte Damen und Herren des Vorstands der Zahnärztekammer Nordrhein!

Am Wochenende des 17.6.2000 kursierten die ersten Gerüchte, daß der Vizepräsident der Zahnärztekammer Nordrhein zurückgetreten sei. Dieses Gerücht hat sich nicht nur erhärtet, sondern es zeigt sich, daß die Umstände, die zum Rücktritt von Kollegen Ricken führten, alle bisher in Nordrhein bekannten Affären in den Schatten stellen.

Seit 1996 ist WZN (Wir Zahnärzte in Nordrhein) in der Vertreterversammlung der KZV Nordrhein mit 25% der Sitze präsent. Seitdem sind die Jahrzehnte dauernden Anfeindungen und Intrigen beendet, da sich WZN gegen jede Fortführung der „Clankämpfe“ erfolgreich zur Wehr setzte und dafür sorgte, daß ein arbeitsfähiger Vorstand gewählt werden konnte. Jetzt stehen wir in der Kammer vor einem neuen Scherbenhaufen, ausgelöst durch den provozierten Rücktritt des Kollegen Dr. Ricken.

Aus unterrichteten Kreisen verlautet, daß es nach dem tragischen Tod des Kammerpräsidenten sozusagen am offenen Grab Pläne, Intrigen, Absprachen und Bündnisse gegeben hat, um Dr. Ricken zum Rücktritt zu zwingen, und so einer Gruppe von Karrieristen den Weg in den Kammervorstand und das Präsidium zu ebnen. Es ist schon eine ungeheuerliche Geschmacklosigkeit, daß bereits 1 Woche nach der Beisetzung von Dr. Schöning während der Fortbildungswoche der Zahnärztekammer auf der Insel Norderney in verschiedenen Zirkeln und in einer außerordentlichen Kammervorstandssitzung verdeckt und offen die systematische Demontage des kommissarischen Kammerpräsidenten inszeniert wurde, so daß Dr. Ricken letztlich keinen anderen Weg sah, als sein Amt zur Verfügung zu stellen. Wie berichtet wird, haben mal wieder die alten Seilschaften diesen Diadochenkampf vom Zaun gebrochen. Jetzt muß für die Nachwahlen eine eigentlich überflüssige, aber teure außerordentliche Kammerversammlung einberufen werden. Schon im nächsten Jahr findet die reguläre Wahl der Kammerversammlung statt. Weiter steht zu befürchten, daß die Ende dieses Jahres stattfindende Neuwahl zur Vertreterversammlung in den Strudel der wieder aufgeflammten Feindschaften einbezogen wird. Vernünftige Sacharbeit in den Körperschaften wird dabei zur Nebensache. Daher verurteilen wir das Vorgehen dieser Kolleginnen und Kollegen, die den Rücktritt von Dr. Ricken verschuldet haben, als rücksichtslos, selbstgefällig und schädlich für die gesamte Kollegenschaft in Nordrhein.

Wir fordern alle Funktionsträger in Nordrhein auf, sofort diese Auseinandersetzungen einzustellen und bis zur Neuwahl der Mitglieder der Kammerversammlung in der bisherigen Besetzung zur Sacharbeit zurückzukehren.

Dr. Klaus Rübenstahl (Vorsitzender)
Dr. Werner Fuchs