Brief Dr. Strakeljahn an Bundesvorstand FVDZ vom 18.12.2000
Sehr geehrter Herr Kollege Beckmann, ein aufmerksamer Bundesvorstand hat selbstverständlich die Möglichkeit, sich in primär nordrheininterne Angelegenheiten einzumischen. Besonders dann, wenn es sich um so eine brisante Kooperation der von und für Zahnärzte eingerichteten Organisationen wie DZV und ZA e.G. handelt. Mir ist aber absolut unverständlich, warum Sie nicht offen vor einem DFZ-Artikel mit dem Kollegen Hendges und mir ein Gespräch über die Angelegenheit führen. Wir wären sicher kurzfristig dazu bereit gewesen. Wäre dieses Gespräch dann für Sie ohne entsprechendes Ergebnis verlaufen, so hätte eine Veröffentlichung im DFZ-Januarheft immer noch gereicht. Nun wird sich von der Führungsspitze des Freien Verbandes wieder mit ungeheurem Engagement in die nordrheinische Standespolitik eingemischt. Die Folge ist u.a. eine Stärkung der Opposition; wahrlich eine standespolitische "Meisterleistung". Dabei werde ich in diesem speziellen Fall DZV / ZA den Verdacht nicht los, dass die Hektik und Aufgeregtheit bewusst bzw. vorrangig vom Landesverband Niedersachsen angestoßen wurde. Der pyramidale Führungsstil, so wie Sie ihn verstehen und wieder einmal in Nordrhein praktizieren, ist nicht nur "out", sondern schädlich für den Gesamtverband. Vor allen Dingen kann ich Ihr unkollegiales Verhalten nicht verstehen. Zu einem konstruktiven Gespräch bin ich, wie Sie wissen, jederzeit bereit. Aber nicht einmal am Rande der EV-Sitzung am 08./09. Dezember in München haben Sie es für nötig gehalten, mich auf dieses Thema anzusprechen. Das geschieht dann, so wie ich es gewohnt bin, schriftlich und unter Androhung von zentralistisch gesteuerten Maßnahmen. Daß dieser Brief dann kurz vorm Weihnachtsfest eintrifft, ist nur noch die Krönung Ihrer unsensiblen Verhaltensweise. Ein solcher Führungsstil dürfte unter Kollegen und Mitgliedern eines Verbandes nie und nimmer praktiziert werden. Besser wäre es, wenn Sie offene Diskussionen bei brisanten Themen und die Eigeninitiative der Landesverbände fördern würden. Das fordern wir doch permanent von den Gesundheitspolitikern in Bezug auf eine Neustrukturierung des Gesundheitswesens. Ich werde Ihnen nun aufgrund des sehr engen Terminplanes, speziell in Bezug auf die konstituierende VV der KZV NR, frühestens Ende Januar bis Mitte Februar einen Termin anbieten können. Nach Absprache mit meinem GV und dem Kollegen Hendges werden Sie Anfang Januar von mir Vorschläge erhalten. Vor Weihnachten würde ich mich mit dem Thema DZV/ ZA sehr ungern weiter beschäftigen. Sollte Ihnen das alles zu lange dauern, dann könnten Sie ggf. einen weiteren Artikel für die Januarausgabe des DFZ zu diesem Thema schreiben. Viel Erfolg und trotzdem ein frohes Weihnachtsfest wünscht |