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Filz in Nordrhein

Der Filz in Nordrhein stinkt inzwischen selbst dem Freien Verband gewaltig. Sehr aufschlußreich ist ein Artikel in der Dezember-Ausgabe des FVDZ-Organs Der Freie Zahnarzt und die Antwort, die der Landesvorsitzende des FV NR darauf gegeben hat.

Was will der DZV wirklich?

Mit zunehmender Skepsis registriert der Bundesvorstand die Entwicklung des in Nordrhein gegründeten "Deutschen Zahnärzte Verbandes" (DZV). Als Antwort auf die von den Krankenkassen und Teilen der Politik geforderten Einkaufsmodelle hatte die Hauptversammlung des Freien Verbandes 1998 beschlossen, umgehend eine geeignete Struktur aufzubauen, welche im Ernstfall die Wahrnehmung vertragspolitischer Kompetenz außerhalb der Körperschaften übernimmt. In Nordrhein wurde daraufhin der "Deutsche Zahnärzte Verband" (DZV) gegründet. Allerdings nicht nach Maßgabe der Hauptversammlung mit schlanken Strukturen, sondern vielmehr mit einem überaus kostenträchtigen Vorstands- und Verwaltungsapparat. Bereits kurz nach der Gründung monierte der Bundesvorstand dieses Vorgehen und stellte klar, dass keine Neugründungen notwendig sind, in denen ehrenamtliche Vorstandsmitglieder horrende Aufwandsentschädigungen kassieren und hauptamtliche Geschäftsführer wie Spitzenfunktionäre der Krankenkassen honoriert werden. Der von der DZV erhobene Mitgliedsbeitrag von monatlich 60 Mark sowie die Aufnahmegebühr von 250 Mark stünden in keinem Bezug zur Aufgabenstellung.

Darüber hinaus kritisierte der Bundesvorstand schon damals den Namen und die Satzung des DZV, wonach alle Zahnärzte mit Praxis oder Wohnsitz in Deutschland Mitglied werden können. Dies widerspreche eindeutig den Intentionen der Hauptversammlung nach regionalen Strukturen.

Während in anderen Landesverbänden ein guter und gangbarer Weg zur Solidarisierung der Kollegenschaft mit schlanken und kostengünstigen Strukturen als Vorrats-Organisation gefunden wurde, sucht der nordrheinische DZV nach immer neuen Aufgaben jenseits des Auftrages der Hauptversammlung. In der Oktober-Ausgabe von DZV-Dialog feiert man sich bereits als "Vierte Säule" neben der Landeszahnärztekammer, der Kassenzahnärztlichen Vereinigung und dem Freien Verband. Pikanterweise geschieht dies alles mit Zustimmung des Landesvorstandes des Freien Verbandes, wobei man wissen muss, dass der DZV-Vorsitzende Zahnarzt Martin Hendges zugleich Vorsitzender der Bezirksgruppe Köln des Freien Verbandes ist.

Datenmissbrauch?

Als neuester "Coup" wird nunmehr offensichtlich die Machtübernahme in der Zahnärztlichen Abrechnungsgenossenschaft eG (ZA eG) in Düsseldorf angestrebt. Im Eifer des Gefechtes - neue Pöstchen, Macht und Geld im Auge - ist man dabei übers Ziel hinausgeschossen. Zahnarzt Martin Hendges, Zahnarzt Klaus-Peter Haustein (stellvertretender Landesvorsitzender des Freien Verbandes) und Dr. Stefan Kranz (Aufsichtsratsvorsitzender der ZA eG) schreiben mit DZV-Briefbogen an Kollegen:
"... Unseres Wissens sind Sie nicht nur Mitglied im DZV, sondern auch Mitglied in der ZA eG ... Wir bitten Sie insbesondere, an der nächsten Generalversammlung der ZA eG ... persönlich teilzunehmen und dort die von uns einzubringenden Anträge mit Ihrem Votum als Genosse der ZA zu unterstützen. Außerdem bitten wir Sie, bei den anstehenden Organwahlen mit dafür zu sorgen, dass die vom DZV nominierten Kandidaten entsprechend Verantwortung übernehmen können ..."

Woher weiß der DZV, welche Zahnärzte Genossen in der ZA eG sind? Wurden die Adressenlisten der Einfachheit halber an den DZV weitergeleitet? Liegt hier ein Fall von Datenmissbrauch vor? Der Datenschutzbeauftragte ist damit befasst.

Jenseits dieses Eklats stellen sich für den Bundesvorstand des Freien Verbandes aber auch andere Fragen: Schafft sich der DZV - nachdem die so genannte integrierte Versorgung (Einkaufsmodelle) derzeit keine praktische Relevanz hat - neue Spielwiesen, um die hohen Beiträge zu rechtfertigen und aufgeblähte Strukturen zu erhalten? Warum hat sich der DZV für alle Zahnärzte Deutschlands geöffnet und begibt sich auf die Suche nach "Kooperationspartnern" in anderen Landesverbänden, wenn mit der vom Bundesvorstand des Freien Verbandes initiierten Zahnärztlichen Bundesvereinigung (ZBV) ein Gremium zur Koordination der regionalen Strukturen zur Verfügung steht? Versteht sich der DZV inzwischen als Konkurrenzverband zum Freien Verband? Sehen die Verantwortlichen des Freien Verbandes in Nordrhein nicht, dass sie durch ihre Aktivitäten im DZV den Freien Verband selbst schwächen?

Zur Klärung dieser und weiterer Fragen wird der Bundesvorstand ein Gespräch mit dem DZV-Vorstand und dem Landesvorstand des Freien Verbandes in Nordrhein suchen.

GV/ms

Lesen Sie die Antwort des Landesvorsitzenden an den Bundesvorstand des FVDZ

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