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Dr. Eric Banthien, Vorsitzender der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Hamburg und der Interessengemeinschaft zahnärztlicher Verbände in Deutschland schreibt in der DZW 19/01:
Haben Sie es auch gelesen?Sie ist wieder da, die böse IGZ, und voller hinterhältiger Umtriebe dazu. Verbündet sie sich doch wirklich mit "linken" Abweichlern aus dem FVDZ und will in dieser Koalition auch noch IGZ-Politik durchsetzen. Und diese IGZ-Politik besteht hauptsächlich in der Anwendung der Mehrkostenvereinbarung in der gesamten Zahnmedizin (siehe DZW-Bericht vom 3.Mai 2001). So Schrecken erregend diese Meldung auch sein mag, man spürt die Absicht und man ist verstimmt (Schiller). Die Politik der IGZ auf die Mehrkostenvereinbarung zu reduzieren ist schon eine unzulässige, tendenziöse Vereinfachung, die abschließende Feststellung aber, mit dieser Politik könne der Freie Verband nicht übereinstimmen, soll die alten Gräben betonen und in Erinnerung rufen. Die Parteisoldaten sollen noch einmal entlang der alten Frontlinien aufgestellt und an die alten Schwüre erinnert werden. Tatsächlich aber verlaufen die Trennungslinien heute nicht mehr zwischen IGZ und FVDZ. Die Trennungslinie verläuft längst quer durch den FVDZ und trennt die Pragmatiker von den Dogmatikern. Auf der einen Seite stehen die Verfechter einer Politik des Machbaren. Diejenigen, die innerhalb der von der politischen Konstellation vorgegebenen Möglichkeiten die Kollegenschaft um einige Schritte vorwärts bringen und unser Gesundheitssystem verbessern wollen. Auf der anderen Seite stehen die Verfechter der strengen Orthodoxie. Freiheit ist das oberste Gebot ihres Glaubens, und ich muß zugeben, es ist ein ehrenwerter, beeindruckender Glaube. Sie wollen voll und ganz auf die Gelder der GKV verzichten, um auch von ihren Zwängen befreit zu werden. "Freedom is just another word for nothing left to loose..." diese unsterblichen Worte von Janis Joplin haben mich schon als Schüler beeindruckt. Dass dabei die Patienten eine ganze Menge zu verlieren haben, geht zwar etwas unter, ist aber auch nicht so wichtig. Für diesen Fundamentalismus der Therapie- und vor allem Vertragsfreiheit ist die Sachleistung des Teufels. Und da die IGZ für eine Beibehaltung der Sachleistung bei den Grundleistungen eintritt, riechen sie Schwefel, wann immer die IGZ erwähnt wird. Glücklicherweise gibt es aber noch die anderen - wenn Sie so wollen, die "Häretiker". Ein besonders unverdächtiger Zeuge kommt in eben derselben Ausgabe zu Wort. Oder würden Sie den Kollegen Dr. Löffler für einen Anhänger der IGZ halten? Na sehen Sie! Aber lesen Sie einmal, welche Vorschläge er der neuen bayerischen Sozialministerin unterbreitet hat: Befundbezogene Festzuschüsse, die die einfachste vollwertige Lösung zu 100 Prozent abdecken. Und die sollen dann auch noch als Sachleistung gewährt werden. Spüren Sie den Schwefelgeruch? Nicht alle Freiverbändler wollen die Gelder der GKV zulasten unserer Patienten einfach verschenken. Nicht alle Freiverbändler wollen nach dem Motto "Alles oder nichts" partout mit dem Kopf durch die Wand. Und nicht alle Freiverbändler weigern sich, gute Ideen anzunehmen, nur weil sie ursprünglich von der IGZ stammen. Auf dieser Basis werden wir zu einer Zusammenarbeit aller pragmatisch ausgerichteten standespolitischen Kräfte über dogmatische Grenzen hinweg finden. Dass ich mich dafür einsetzen werde, können Sie schon daran erkennen, dass es bei uns für diese undogmatische Zusammenarbeit seit Jahren einen festen Begriff gibt. Hier nennt man so etwas schlicht "Hamburger Verhältnisse". |